Programm 2021

12.45 Uhr – ERÖFFNUNG ZOOM RAUM

13.00 Uhr – BEGRÜSSUNG I EINFÜHRUNG



13.10 – 13.50 Uhr – BEST PRACTICE 1

EIN UNTERNEHMER GRÜNDET EINE SOZIALFIRMA: WAS MACHT ER BESSER, WO MUSS ER LERNEN UND WAS WILL ER DAMIT ERREICHEN?
Franz Huber & Carsten Jörgensen – JLT Company / KoKoTé

Bevor sich der Urner Unternehmer Franz Huber entschied, den gemeinnützigen Verein Association Equilibre ins Leben zu rufen, war er einige Jahre als ehrenamtlicher Vermittler von Praktika und Lehrstellen für jugendliche Flüchtlinge im Kanton Uri und darüber hinaus tätig. Als Unternehmer hatte er gute Kontakte in die Wirtschaft, was einer erfolgreichen Vermittlung zu Gute kam. Er merkte aber bald, dass es vor allem für ältere Flüchtlinge schwierig war, eine Ausbildung zu absolvieren und eine gesicherte Anstellung zu finden. Dies führte auch dazu, dass erlernte Deutschkenntnisse nicht angewendet werden und schnell wieder verloren gehen. So erkannte er, dass ein Bedarf für die Berufsbildung erwachsener Flüchtlinge besteht. Gemeinsam mit seiner Frau Yvonne Herzog daraufhin die JLT Company AG gegründet (ein Projekt der Association Equilibre). Daraus wiederum ging die Taschenmarke KoKoTé hervor, welche seit 2019 unter einem Dach hochwertige Taschen und Accessoires gestaltet, produziert und vertreibt.
Sowohl bei der Arbeit, bei der Bildung als auch beim Designprozess setzt KoKoTé dabei auf ganzheitliche und integrative Prozesse: Nebst regelmässigem Deutschunterricht ist es das Ziel, dass auch ältere Flüchtlinge (>25 Jahre) einen Abschluss machen können. Ebenso entstehen alle Produkte in einem kollaborativen Prozess. Alle Beteiligten werden vom hinzugezogenen Dänischen Designer Carsten Jörgenson ermutigt, ihre Überlegungen, Bedürfnisse etc, bei der Produktentwicklung einfliessen zu lassen. Der Vertrieb erfolgt in erster Linie direkt über den Webshop sowie über Pop Up Geschäfte in verschiedenen Schweizer Städten. Was motiviert einen Unternehmer dazu, eine Sozialfirma zu gründen? Was an seinem Vorgehen war spezifisch „unternehmerisch“? In welchen Belangen hat ihm das unternehmerische Denken geholfen und wo ist der dabei auch an seine Grenzen gestossen?Und weshalb setzt er dabei ausgerechnet auf Taschen, ein bereits sehr hart umkämpften Markt in der Schweiz?
In seinem Referat gehen Franz Huber, Gründer und Carsten Jörgensen, Designer offen auf diese Punkte ein und zeigen auf, wie sie ein Sozial- und Bildungsprojekt wirtschaftlich erfolgreich aufbauen wollen, um so das Vorhaben langfristig und nachhaltig zu finanzieren.

13.50 – 14.00 Uhr – FRAGERUNDE VIA ZOOM CHAT

14.00 – 14.10 Uhr – PAUSE



14.10 – 14.40 Uhr – BEST PRACTICE 2

DIE ZUSAMMENARBEIT EINER SOZIALEN INSTITUTION MIT EINEM DESIGNSTUDIO: HOCHWERTIGE PRODUKTE ALS GRUNDLAGE FÜR EINEN ERFOLGREICHEN VERTRIEB – CHANCEN, HERAUSFORDERUNGEN UND ERKENNTNISSE
Marcel Suter – Stiftung MBF & Norbert Meier & Noël Oegerli – Tale Design

Am Anfang der Zusammenarbeit der Fricktaler Stiftung MBF und der Basler Designagentur TALE stand der faltbaren Topfuntersetzer Logs. TALE suchte nach einem Produzenten für dieses Produkt aus Eigenentwicklung und wollte dabei eine lokale und soziale Institution berücksichtigen. So fanden die beiden Akteure zusammen.
Die Herstellung von Logs weckte bei der Stiftung MBF den Wunsch nach einer eigenen, hochwertigen Produktkollektion. (Gab es zuvor keine Eigenprodukte?) Zentraler Anspruch war dabei, das die Produkte in der eigenen Werkstatt von Menschen mit Beeinträchtigung hergestellt werden können, um eine möglichst hohe interne Wertschöpfung zu generieren. TALE erhielt die
Aufgabe, Konzepte und Ideen für eine erste Kollektion auszuarbeiten und den Untersetzer Logs zu integrieren. Das Briefing für das Produktdesign setzte sich aus gewachsenen Gegebenheiten zusammen. Nebst dem Bedürfnis, die Holzwerkstatt besser auszulasten, war der bestehende Maschinenpark und die Fähigkeiten und das Können der Mitarbeitenden mit Einschränkungen zentral für die Entwicklung der Produkte. Gleichzeitig wollte die Stiftung MBF mit diesen neuen, eigenen Produkten auch stärker im Markt vertreten sein. Damit die Reichweite, die Bekanntheit und somit schlussendlich auch der Verkauf entsprechend ausgebaut werden konnte, schlug TALE vor, die Eigenprodukte unter einer eigenständigen Marke zu vertreiben. So kam es zum Namen und der Marke STEINE MADE. Zusätzlich zu den neuen Produkten entstand ein entsprechendes Branding und eine einheitliche Verpackungsgestaltung.
Der Topfuntersetzer Logs hat in der Zwischenzeit den Jurypreis des Socialstore Awards 2019 für sein cleveres Design erhalten. Konnte sich STEIN MADE auch sonst am Markt etablieren? Wie kommen die Eigenprodukte bei den Kunden an? Welche Vertriebskanäle werden in der Zwischenzeit bedient? Hat sich die Zusammenarbeit mit einem professionellen Designstudio „gelohnt“ und will man diesen Weg auch für weitere Produkte gehen? Welche Erfolgserlebnisse aber auch Schwierigkeiten brachte der ganze Prozess mit sich und welche Ziele will man in Zukunft erreichen? Auf diese und weitere Punkte gehen Marcel Suter von der Stiftung MBF und xxx von TALE Design in ihrem Referat ein.

14.40 – 14.50 Uhr – FRAGERUNDE VIA ZOOM CHAT

14.50 – 15.00 Uhr – PAUSE



15.00 – 15.30 Uhr – BEST PRACTICE 3

VOM ANBAUBETRIEB ZUR PRODUKTIONSMANUFAKTUR: WIE DIE GENUSSWERKSTATT HERISAU SICH NEU AUSRICHTETE UND DABEI EIN VIELSCHICHTIGES VERTRIEBSSYSTEM AUFBAUTE
Urs Stuker – Genusswerkstatt Herisau

Die Genusswerkstatt Herisau ist aus dem Hof Baldenwil, einer Einrichtung der Stiftung Tosam, heraus entstanden. Seit 2011 werden auf dem Hof Kräuter angebaut. 2016 hatte Urs Stuker, damals Leiter des Hofes, die Idee, einen «Produktionsbetrieb für alltägliche Lebensmittel» zu schaffen. Da der Platz vor Ort nicht reichte, suchte man nach einem neuen Ort. So entstand 2018 die Genusswerkstatt Herisau. Mit dem neuen Namen wechselte auch der Fokus: Neu stand nicht mehr nur der Anbau und die Produktion, sondern auch der Vertrieb im Mittelpunkt. Ziel war und ist es Kräutermischungen von höchster Qualität herzustellen und soweit es geht aus regionalen Rohstoffen zu mischen. Dies direkt vor Ort mit einer transparenten Produktion, einem schönen, anspruchsvollen Look und einer cleveren Verpackungslösungen. So will die Genusswerkstatt für seine Mitarbeiter*innen mit Beeinträchtigung spannende Arbeitsplätze sowohl in der Produktion als auch in der Dienstleistung schaffen und Teilhabe aktiv leben.

In der Zwischenzeit werden die Produkte nicht nur vor Ort in der Genusswerkstatt Herisau verkauft, sondern auch von zahlreichen Lebensmittelfachgeschäften und weiteren Läden vertrieben. Ebenso kann man sie online über ihren Webshop beziehen und in zahlreichen Restaurants geniessen.

Wieso hat man sich 2018 zu diesem neuen Geschäftsmodel und Auftritt entschlossen? Wie konnte man sich innerhalb der kurzen Zeit von etwas mehr als drei Jahren ein solch vielfältiges Vertriebsnetz aufbauen? Welches waren dabei die grössten Schwierigkeiten und welches die schönsten Erfolgserlebnisse? Hinzu kam die besondere Herausforderung, die Genusswerkstatt im Mai 2020 – also direkt zu Beginn der Corona Krise – unter eine neue Trägerschaft zu stellen.  
Urs Stuker, Geschäftsführer der Genusswerkstatt Herisau, geht auf diese und weitere Fragen ein und gibt einen spannenden Einblick in die Arbeit der Genusswerkstatt Herisau.

15.30 – 15.40 Uhr – FRAGERUNDE VIA ZOOM CHAT

15.40 – 15.50 Uhr – PAUSE



15.50 – 16.20 Uhr – Best Practice 4

VOM WIEDERVERKAUF ZUM DIREKTVERTRIEB: WARUM DER BETRIEB GLASART DER TERRA VECCHIA SEINEN FOKUS IMMER MEHR AUF DAS ONLINEGESCHÄFT LEGT UND WELCHE SPEZIFISCHEN ANFORDERUNGEN UND ÜBERLEGUNGEN DABEI BEACHTET WERDEN MÜSSEN. 
Ingo Meyer – GlasArt Stiftung Terra Vecchia

GlasArt, ein Betrieb der Stiftung Terra Vecchia verwandelt Alt- und Neuglas in qualitativ und ökologisch hochwertige Gebrauchsgegenstände wie Trinkgläser, Vasen und Windlichter. In den Arbeitsprozess sind Menschen einbezogen, die im Rahmen der beruflichen Integration oder eines geschützten Arbeitsplatzes auf Begleitung und Unterstützung angewiesen sind. Während GlasArt lange Zeit den Wiederverkauf fokussierte und seine hochwertigen Produkte vor allem über den Fachhandel vertrieb, verlagerte sich die Vertrieb in den letzten Jahren immer mehr auf den Endkunden. Am Anfang standen dabei Messen und Märkte im B2C Bereich, im letzten Jahr kam – auch Corona bedingt – zudem der direkte Onlinevertrieb der Produkte dazu.
Der Vertrieb über den Webshop stellt aber ganz andere Anforderungen sowohl an die Produktion, als auch an die Lagerorganisation. Hinzu kommen weitere Anforderungen: Technische Abläufe, spezielle Funktionen und Eigenschaften sowie gute Inhalte in Form von knackigen Texten und starken Bildern und ein userfreundliches Gesamterlebnis.
Ingo Meyer, Betriebsleiter bei GlasArt, reflektiert in seinem Referat, welche Aspekte beim Aufbau eines Webshops beachtet werden müssen – nicht nur technisch und gestalterisch, sondern auch im Bezug auf Logistik und Produktion. Er spricht darüber, was man selbst machen kann (um auch Kosten zu sparen) und wo es sich lohnt, die Profis hinzu zu ziehen.

16.20 – 16.30 Uhr – FRAGERUNDE VIA ZOOM CHAT



16.30 – 16.45 Uhr – ABSCHLUSS UND AUSBLICK

16.45 – 17.00 Uhr – AUSKLANG

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